Aufstehen und leben


Und wenn dann der Tag kommt, an dem dein Leben zusammen zu brechen scheint, an dem du alles verlierst was dir wichtig ist, an dem der Himmel zur Hölle für dich wird und das Leben für dich den Tod bedeutet, dann vergiß nicht, daß nach dem Schmerz, nach der Trauer, nach dem Verlust, dein Leben weitergeht, daß eine neue Chance auf dich wartet. Gib dir Zeit zu trauern, zu weinen, zu leiden und zu hassen. Aber vergiß nicht wieder aufzustehen, den Kopf hoch und den Blick nach vorne zu richten, deinen Weg weiter zu gehen. Denn die Liebe besteht nicht nur aus schönen Stunden, aus Lachen und Küssen, aus sich umarmen und festhalten, sondern auch aus schweren Stunden, aus weinen und verzweifeln, aus verlieren und loslassen... und wenn dann der Tag kommt, an dem du jemanden triffst, der dir deine Hoffnungen zurückgibt, der dein Leben wieder lebenswert macht, dann wird dir mit einem Mal bewußt, daß es sich doch lohnt, immer wieder aufzustehen und zu leben!

Für mich war es immer selbstverständlich, ganz uneigennützig hilfsbedürftigen Menschen in ihren Sorgen und Nöten zur Seite zu stehen.

Manifestiert hat sich das dann in den Sterbebegleitungen und in der Trauerarbeit mit den Hinterbliebenen. Meist war das ja der Ehepartner.

 

Es gibt immer mehr Seniorinnen und Senioren.

Doch nicht jede/r von ihnen ist auch gleich ein Pflegefall und bedarf besonderer Hilfen. Eher ist es doch so, dass sie gesundheitlich noch gut drauf sind, jedoch die Partnerin oder den Partner durch den Tod verloren haben.

Alles was bis dahin ihr Leben bestimmte, fand in der Partnerschaft statt. Plötzlich allein zurück geblieben, ohne wirkliche Trauerverarbeitung, vom Leben ausgegrenzt und oft auch vom Verwandtschafts- und Bekanntenkreis etwas gemieden, weil keiner mit der Situation wirklich umgehen kann, kehren sie insich und beginnen sich abzuschotten von der Außenwelt. Sie fühlen sich nur noch „die Hälfte wert“.

Von außen kommt ja auch nicht wirklich ein Angebot für diese allein gelassenen Menschen. Sie vereinsamen und Psyche und Physis werden nach und nach ganz unauffällig in Mitleidenschaft gezogen. Es ist dann nicht mehr leicht, Zugang zu diesen Menschen zu finden, weil sie sich auch teilweise aufgeben. Sie stehen vor einem gravierenden Lebenseinschnitt:

  1. der Verlust des Partners

  2. die Veränderung der Wohnverhältnisse (Wohnung zu groß)

  3. die veränderte Haushaltsführung (Alleinversorgung)

  4. die Veränderung in der Mobilität (Frauen und Auto?)

  5. eine finanzielle Neuorientierung

  6. oftmals Zerbrechen von vorher gepflegten Freundschaften

  7. und über all dem steht an erster Stelle die plötzliche Einsamkeit

Mir ist es wichtig, für die Seniorinnen und Senioren offen zu sein, die noch etwas vom Leben erwarten, die sich noch längst nicht zum alten Eisen zählen und mitnichten in eine Pflegeeinrichtung gehören.

Bei all meinen Recherchen bin ich immer wieder zu dem Schluß gekommen, dass es –aus rein rechnerischen Gründen wohl- nur Pflegeheime gibt. Auch Senioren-Wohngemeinschaften mit Pflegemöglichkeit. WIR aber wollen noch nicht an die Pflege denken – wir wollen LEBEN.

Das Haus Desiderata steht Ihnen offen – sprechen Sie mit mir.

 

HEUTE ZU BEGINN DES MONAT MAI 2017

 

freue ich mich sagen zu können, daß gerade die Menschen, die mich um Trauerbewältigung baten, heute in unseren Sonntags-Kaffeerunden einen festen Platz gefunden haben und dank der vielen Gespräche zurück in ihrem Leben sind, wieder Freude und Freunde finden.